Jedes Metall war wertvoll im Mittelalter. Und jeder Gegenstand aus Metall wurde, sofern möglich, umgearbeitet oder wieder eingeschmolzen, wenn er unbrauchbar geworden war. Deshalb sind verhältnismäßig wenige Gegenstände des tägliche Lebens aus dieser Zeit erhalten geblieben. Die, die noch existieren, sind meistens in früheren Zeiten verloren gegangen und eher zufällig wieder gefunden worden. Fast könnte man meinen, der Wert von Metallen wäre noch heute so hoch wie im Mittelalter. Zumindest dann, wenn man die Preise der Händler betrachtet, die selbst primitivste, "zeitgenössische" Gegenstände völlig überteuert anbieten. Viele Mittelalterbegeisterte stellen deshab die Ausrüstung für ihr Freizeitvergnügen selbst her.
Rüstzeug in Einheitsgrößen paßt und sitzt nie optimal. Stellen Sie sich vor, es gäbe nur drei Schuhgrößen - grausam! Wenn jegliche Art von Kleidung anhand von Schnittmustern, die proportional verschiedenenen Körpergrößen angepasst werden können, angefertigt werden, und auch noch gut passen, warum sollte das mit Rüstzeug nicht auch möglich sein? Ist es ja, oder besser, wird es in den nächsten Wochen sein, mit unserem Rüstzeug-Schnittmuster-Generator.
Gute und authentische Schnallen und Beschläge für Gewandgürtel und Schwertgurte aus Bronze, oder wenigstens aus Messing, sind sündhaft teuer. Oft nicht zu unrecht, denn solche "Schmuckstücke" werden auf-wendig gegossen und dieses Verfahren, sowie die Herstellung von Originalen und Formen ist teuer. Wir haben für Sie nach Fertigungsweisen gesucht, um solche Gurtschnallen einfacher und mit normalen Werkzeugen herzustellen. Und wir haben sie gefunden.
Die Recherche zu diesem Thema dauert nun schon einige Jahre an, doch wer sich für eine Sache wirklich begeistern kann, den stört so etwas nicht. Jeder engagierte "Selbermacher" kennt das. Das Pipehawk, also die Kombination aus Kampfbeil (Tomahawk) und Rauchpfeife (Pipe) ist ein Phänomen, denn niemand weiß ganz genau, wie es eigentlich entstanden ist. Es wurde im 18. Jahrhundert zum zeremoniellen Statussymbol bei diversen Völkern der amerikanischen Urbevölkerung. Originalexemplare aus dieser Zeit sind teure und begehrte Sammlerobjekte, sofern man von "sammeln" überhaupt sprechen kann, denn solche Exponate sind extrem rar.
Es hat viel Zeit und Mühe gekostet, solche Original-Pipehawks zumindest analysieren und vermessen zu können, um ihre Herstellung, und damit auch ihre Entstehung nachvollziehen zu können. Und die gleiche Zeit und Mühe war nötig, um Pipehawks mit authentischem Material und mit originalgetreuen Werkzeugen und Fertigungsmethoden herstellen zu können. Doch der echte Selbermacher gibt nie auf. Das werden Sie in den nächsten Wochen sehen...
Ein Abfallprodukt der Beschäftigung mit dem Pipehawk waren unzählige Erkenntnisse über Werkzeuge und Waffen des 17. und 18 Jahrhunderts, über deren Vorzüge gegenüber heutigen Gerätschaften und natürlich auch über deren damalige Herstellung. Diese Erkenntnisse sollen nicht brach liegen, sondern heute wieder genutzt werden können. Wir zeigen Ihnen, wie Beile und Äxte entstanden, für die Sie jedes industriell gefertigte Werkzeug sofort in den Keller verbannen.
Lieber DIY-Freund,