Oft wird der Selbstbau von Perkussions-Instrumenten mit über Blumentöpfen gespanntem Pergamentpapier, oder mit an Holzstöcken festgetackerten Schellen asoziiert. Und das ganze Thema wird - oder richtiger gesagt, es wurde - oft von Musikern und Heimwerkern gleichermaßen belächelt. Dies geschah ebenso oft zu unrecht, denn auch das Basteln einfachster Instrumente mit Kindern und Jugendlichen erhält seine Existenzberechtigung durch einen hohen pädagogischen Stellenwert und die große Freude, die es gerade auch jüngeren Kindern regelmäßig bereitet.
Wir beschäftigen uns hier allerdings überwiegend mit ernsthaften Effekt- und Schlaginstrumenten, die selbst für den Einsatz von Musikern bei öffentlichen Auftritten tauglich und geeignet sind. Auch solche können mit überschauhbarem Aufwand und den Werkzeugen einer Heimwerker-Ausstattung gefertigt werden.
Das als Cajón bezeichnete, ursprünglich peruanische Schlaginstrument erfreut sich einer kontnuierlichen Zunahme an Beliebtheit und Akzeptanz bei Musikern. Immer öfter kann man bei Live-Auftritten in den Stilrichtungen Pop, Rock und Blues eine solche Schlagzeug-Kiste auf der Bühne entdecken. Einige namhafte Schlagzeuger haben gar den Cajón zu ihrem Lieblinsinstrument erkoren. Ja, der zunächst hauptsächlich von Percussionisten der Flamenco-Szene und anderer traditioneller Musikstile verwendete Cajón entwickelte sich im Verlauf des letzten Jahrzehnts als einfacher, aber kraftvoller Schlagzeug-Ersatz zu einem Kult-Instrument.
Foto: Tsui, Abb. vergrößerbar
Bei Herstellern von Musikinstrumenten ist der Cajón nicht weniger beliebt, haben diese doch dessen Potential zur komerziellen Vermarktung rasch erkannt, und sind deshalb bemüht, dieses Instrument permanent weiterzuentwickeln. Viele dieser Anstengungen führen zu erstaunlichen, und für die Musik fruchtbaren und erfreulichen Ergebnissen - andere dagegen müssen eher als fragwürdig bezeichnet werden.
Doch weder diese kommerziellen, noch die sicherlich interessanten kulturellen und geschichtlichen Aspekte des Cajón, und auch die Frage der tatsächlichen Herkunft dieses Instruments, sollen unser Thema sein. Wir wollen uns damit beschäftigen, wie man als Heimwerker schöne und wohlklingende Instrumente selbst bauen kann.
Wegen der offensichtlich zum Namen vorherrschenden Sprachverwirrung, haben wir uns zunächst selbst kundig machen müssen:
Der Begriff Cajón stammt aus dem spanischsprachigen Raum Mittel- und Lateinamerikas und bezeichnet eine Lade, Schublade oder eine Kiste. Der korrekt zu verwendende Artikel ist demnach männlich, es heißt also richtig "der Cajón (sprich: ka’xɔn)", und der korrekte Plural ist "Cajones", so versicherte es uns jedenfalls eine spanische Diplom-Übersetzterin.
Diese Cajón-Bauanleitung richtet sich an Heimwerker, die gerne gemeinsam mit ihren Kindern werken, und auch an Pädagogen, die diese Anleitung in Ihren Werkunterricht übernehmen und mit Schülern Cajones anfertigen wollen. Es werden nur günstige Materialien und möglichst einfache Werkzeuge verwendet. Der einfache Cajón kann grundsätzlich sogar ausschließlich mit Handwerkzeugen gebaut werden, um die Einübung bestimmter Fertigkeiten im Unterricht zu erreichen.
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Auf technische Spitzfindigkeiten und Rafinessen wurde deshalb ganz bewußt verzichtet. Aber es wurde Wert darauf gelegt einen Cajón zu konstruieren, mit dem ein Schlagsound erreicht wird, der Kinder und Jugendliche anspricht und in deren Musikgeschmack passt. Auch wenn das Ziel erreicht wurde, eine Cajón mit Materialkosten, die unter der Grenze von 20 € liegen, zu bauen, und auch wenn die Konstruktion einfach ist, so kann der Klang dieses Instruments sich durchaus hören lassen - das findet jedenfalls unser Werkstatt-Team. Das kleine Video soll eine Vorstellung davon vermitteln.
ACHTUNG - Einige der Bauanleitungen für Perkussionsinstrumente befindet sich noch in Bearbeitung. Diese Seiten werden gerade eingerichtet und sind in wenigen Tagen vollständig verfügbar.

Das Ziel dieser Bauanleitung ist der Selbstbau einer wirklich edlen Percussion. Der asymetrische Korpus wird aus massivem Laubholz gefertigt und die Schlagplatte wird mit Edelholz-Furnier bezogen. Die Wände des Korpus, die Schlagfläche und die Resonanzfläche werden auf der Innenseite mit einer speziellen Technik ausgeschliffen, um einen optimalen Resonanzkörper zu erreichen. Über eine durch die Resonanzöffnung zu bedienende, verstellbare und vollständig aus Holz gefertigte Mechanik kann der Snare-Sound variabel und fein dosiert werden. Neben den Sounds Slap, High-Conga, Snare- und Bassdrum auf der Schlagseite verfügt dieser Cajón über weitere drei sauber abgestufte Conga-Sounds mit präsentem und knackig-weichem Klang auf der Resonanzseite.
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