Ein Hochbeet aus Naturstein selber bauen

Hochbeete und Terrassen aus Naturstein bieten jedem Naturfreund vielfÀltige Möglichkeiten zur Gestaltung und Strukturierung auch von kleineren GÀrten. Hier finden Sie einige Anregungen dazu.

BewĂ€sserungsanlage fĂŒr den GartenHochbeet aus Naturstein selber bauen Abbildung 1 - vergrĂ¶ĂŸern

Hochbeete aus Naturstein sind schicke und komfortable Gestaltungsmöglichkeiten fĂŒr den Garten, die sich vom einstigen Geheimtipp schon lĂ€ngst zu einem echten Trend entwickelt haben. Ob als Zier- oder MischgĂ€rten, als GemĂŒsebeete oder FrĂŒhbeete, das Hochbeet lĂ€sst sich zu unterschiedlichsten Zwecken bepflanzen und kommt im Garten an verschiedensten Stellen voll zur Geltung. FĂŒr engagierte GĂ€rtner sind sie gerade deshalb eine willkommene Abwechslung, da sie das Arbeiten auf kleinstem Raum ermöglichen und gleichzeitig interessante Gartenlandschaften kreieren, die nicht nur optisch ansprechend sondern auch rĂŒckenschonend sind.

Planung der BewĂ€sserungsanlageHochbeet aus Naturstein selber bauen Abbildung 2 - vergrĂ¶ĂŸern

Vorteilhaft an einem Hochbeet ist neben einer beliebigen auf die eigene KörpergrĂ¶ĂŸe zugeschnittenen Höhe außerdem die Tatsache, dass kĂŒnftig weniger mehr Unkraut im Beet zu finden sein dĂŒrfte. Denn der Samenflug findet vor allem am Boden statt, die Hochbeete liegen jedoch wesentlich höher. Auch lĂ€stiges Ungeziefer wie zum Beispiel Schnecken können durch ein Hochbeet besser abgewehrt werden, oftmals enthalten spezielle BausĂ€tze sogar SchneckenzĂ€une als besonderen Zusatz. Nicht zuletzt ist es aber auch das Pflanzenwachstum, das beim Hochbeet begeistert. Denn in den unteren Schichten entsteht eine sogenannte VerrottungswĂ€rme, die selbiges anregt.

Mit unserer Bauanleitung können Sie ganz leicht selbst fĂŒr ein Highlight im Garten sorgen und Ihr eigenes Hochbeet aus robustem Naturstein anlegen.

Warum eigentlich Naturstein?
FĂŒr den Bau eines Hochbeetes bietet sich natĂŒrlich nicht nur Naturstein an, auch andere Materialien wie etwa Holz stehen zur VerfĂŒgung. Jedoch ist beispielsweise ein Holz-Hochbeet nicht so langlebig und benötigt vorab viel Pflege, damit ihm die NĂ€sse nichts anhaben kann. Weitere Alternativen wĂ€ren Beton, Kunststoff oder auch Metall, diese fĂŒgen sich jedoch weniger natĂŒrlich und problemlos in die Gartenkulisse ein als der Naturstein. Zudem lĂ€sst sich das Material nach Belieben auch in anderen Elementen wie Wegen oder der Terrasse wiederfinden, sodass ein harmonischer Gesamteindruck entsteht. DarĂŒber hinaus gibt es eine ganze Reihe verschiedener Natursteine, die sich in ihrer Beschaffenheit und Optik unterscheiden. Demnach stehen unter anderem Granit, Basalt oder Diabas bereit, die einheitlich dunkel und fest sind, aber auch der helle Sandstein findet hĂ€ufig Verwendung. Auch sehr edle Varianten sind verfĂŒgbar, darunter etwa kristalliner Marmor oder Dolomit, die eine Vielzahl von FĂ€rbungen und Zeichnungen aufweisen und daher auch gern als moderne Grabsteine, in der Inneneinrichtung oder in vielen anderen Bereichen Verwendung finden.

1. Standort wÀhlen

Je nachdem, was spĂ€ter angepflanzt werden soll, sollte auch der Standort entsprechend sinnvoll gewĂ€hlt werden. Vor allem die Ausrichtung ist wichtig, hier hat sich die Nord-SĂŒd-Richtung bewĂ€hrt. So befinden sich sowohl Nutz- als auch Zierpflanzen in einer angenehm sonnigen Lage und können schnell wachsen und gedeihen. DarĂŒber hinaus werden sie es im Nachhinein außerdem zu schĂ€tzen wissen, wenn Sie in der NĂ€he des Hochbeetes eine Wasserversorgung haben, das gilt insbesondere fĂŒr Nutzbeete. FĂŒr einige Pflanzen ist auch die Lage im Schatten oder Halbschatten wichtiger, daher gilt es vorher abzuwĂ€gen, was letztendlich angepflanzt werden soll. Welche Pflanzen welche LichtverhĂ€ltnisse bevorzugen, können Sie beispielsweise hier im Vorfeld in Erfahrung bringen.

2. Vorbereitung

Hochbeet aus Naturstein selber bauenHochbeet aus Naturstein selber bauen Abbildung 3 - vergrĂ¶ĂŸern

Das zukĂŒnftige Beet wird nun zunĂ€chst ausgemessen und kann dann beispielsweise mit Farbspray oder einem gespannten Faden auf dem Boden markiert werden. Gut geeignet ist eine Breite von maximal 1,30 m, damit spĂ€ter problemlos ĂŒber das gesamte Hochbeet gegriffen werden kann, die Höhe sollte bei etwa 1.20 m liegen, sodass Sie sich beim Arbeiten nicht bĂŒcken mĂŒssen. Die LĂ€nge kann ganz nach Belieben gewĂ€hlt werden, wobei rund 2 m meist einen guten Anhaltspunkt bieten. Hierbei gilt zu beachten, dass sich die FlĂ€che nochmals durch die Dicke der Steine verringert. Bevor es nun an die eigentliche Arbeit geht, sollten einige Punkte geklĂ€rt werden:

  • Wo können die Materialien gekauft werden, wer liefert die schweren Steine?
  • FĂŒr das Hochbeet muss eine Grube ausgehoben werden, wo kann die anfallende Erde aufbewahrt werden?
  • Um die Arbeit zu erleichtern, sollte außerdem eine Skizze vorliegen.
  • Idealerweise wird das Hochbeet im FrĂŒhling oder Herbst gebaut, da sich zu diesen Jahreszeiten die meisten Zwiebeln anpflanzen und fĂŒr den Sommer oder Winter heranzĂŒchten lassen

Diese Dinge sollten Sie fĂŒr den Aufbau und die Planung bereithalten:

  • Natursteine
  • Fertigbeton
  • Fertigmörtel
  • Schalbretter
  • Teichfolie
  • GartenabfĂ€lle
  • Humus
  • Blumenerde
  • Spaten
  • Zollstock
  • Maurerkelle
  • Winkeleisen
  • Pflanzen


3. Bau des Hochbeetes

Der markierte Bereich wird nun in Form einer Grube von ca. 80 cm ausgehoben. Sofern dafĂŒr eine Grasnarbe abgestochen werden muss, wird diese bis zur spĂ€teren BefĂŒllung aufbewahrt.

Nun wird die Grube mit Einschalplatten ausgeschalt, damit daraufhin eine Betonplatte gegossen werden kann. DafĂŒr wird einfacher Fertigbeton mit Wasser vermengt – je nachdem, wie groß die Grube ist, genĂŒgt bereits ein Eimer fĂŒr das Anmischen mit Maurerkelle oder Ă€hnlichem, bei grĂ¶ĂŸeren FlĂ€chen muss gegebenenfalls ein BetonrĂŒhrer verwendet werden – die Masse wird in die Grube gegeben und muss dann gut austrocknen (dies kann einige Tage dauern).

Hochbeet aus Naturstein selber bauenHochbeet aus Naturstein selber bauen Abbildung 4 - vergrĂ¶ĂŸern

Die Einschalbretter können nun entfernt werden, damit die Mauer aus Natursteinen gefertigt werden kann. DafĂŒr muss zunĂ€chst einfacher Fertigmörtel angerĂŒhrt werden, mit dem die einzelnen Steine schließlich auf eine Höhe von rund 2 m ab der Betonplatte aufgeschichtet werden sollten, damit man bei einer Endhöhe von ca. 1,20 m herauskommt. Es bietet sich an, die Steine versetzt zu verbauen, damit eine grĂ¶ĂŸere StabilitĂ€t erreicht wird, ebenso sollte auf passende Winkel geachtet werden. Sitzen alle Steine fest und sicher, so wird das Hochbeet nun mit einer Folie ausgelegt. Diese wird es kĂŒnftig verhindern, dass Feuchtigkeit in den Stein eindringt, damit das Beet auch langfristig seine Form behĂ€lt und nicht irgendwann unansehnlich wird.

4. Die BefĂŒllung des Hochbeets

Der Bau der Natursteinmauern des Beets ist damit abgeschlossen, jetzt geht es an die BefĂŒllung. Die erste Schicht sollte aus Ästen und Zweigen bestehen, die im Vorfeld bereits als GartenabfĂ€lle gesammelt werden können. Danach wird die anfangs ausgestochene Grasnarbe hineingelegt, auf der als dritte Schicht Herbstlaub und Srauchschnitt landen. Die ehemals ausgehobene Erde kann ebenfalls genutzt werden. Die obersten Schichten sollten jedoch mit hochwertiger Blumenerde oder mit Humus befĂŒllt werden, sodass die spĂ€teren Pflanzen alle nötigen NĂ€hrstoffe erhalten.

5. Die Bepflanzung

Nachdem alle nötigen Vorkehrungen getroffen sind, geht es an die Bepflanzung des Beetes, wobei grundsĂ€tzlich zwischen GemĂŒse- oder Blumenhochbeet unterschieden wird.

    Das GemĂŒse- oder KrĂ€uterbeet gestaltet sich dabei ein wenig schwieriger, denn aufgrund der hohen NĂ€hrstoffkonzentration im Boden sollten im ersten Jahr vor allem Pflanzen angebaut werden, die einen hohen NĂ€hrstoffbedarf haben. Dazu zĂ€hlen Starkzehrer wie Gurken, Tomaten, Sellerie, Kohl oder Zucchini. In den Folgejahren bieten sich hingegen Mittel- und Schwachzehrer an. Ideal ist dabei das Anlegen einer Mischkultur, sodass sich die einzelnen Pflanzen auch unterirdisch ergĂ€nzen – denn diese nehmen unterschiedlich große Mengen an NĂ€hrstoff auf und geben ebenso unterschiedliche Mengen wieder ab. Ein Beispiel fĂŒr das GemĂŒsebeet wĂ€re etwa das Pflanzen von Auberginen (Starkzehrer), Knoblauch (Mittelzehrer) und Erbsen (Schwachzehrer), um eine gesunde Mischkultur anzulegen. Zudem bringen verschiedene DĂŒfte und Wurzelausscheidungen es mit sich, dass sie sich gegenseitig schĂŒtzen oder eventuell auch einschrĂ€nken. Ideal sind außerdem KrĂ€uter, die zwischen das GemĂŒse gepflanzt werden, denn sie dienen als Abwehr gegen viele SchĂ€dlinge.

    Tipp: Dank des hohen NĂ€hrstoffgehalts lĂ€sst sich das GemĂŒse im Hochbeet bis in den Winter kultivieren, ein Vlies, eine Thermohaube oder eine Decke aus Laub sorgen dabei fĂŒr den nötigen Schutz vor Frost.

    Beim Blumenhochbeet muss hingegen nicht so viel beachtet werden, es genĂŒgt bereits, wenn je nach Blumensorte die oberste Erdschicht mit ein paar Kieselsteinen aufgelockert wird. Auf Starkzehrer ist aber auch hier im ersten Jahr zu achten, darunter fallen zum Beispiel Sonnenblumen, Tulpen oder Geranien. In den spĂ€teren Jahren können dann Mittelzehrer wie Dahlien und LöwenmĂ€ulchen oder Schwachzehrer wie Begonien, Primeln und StiefmĂŒtterchen folgen. Nach rund fĂŒnf bis sechs Jahren sollte die Erde außerdem durch neue ersetzt werden. WeiterfĂŒhrende Infos ĂŒber die verschiedenen Mischkulturen im Garten gibt es bei Bedarf in folgendem Beitrag.



6. Pflege des Steins

Im Außenbereich verbauter Naturstein muss viele Belastungen aushalten, unter anderem Bakterien, Pilze oder Moose, die den Stein verwittern lassen, aber auch unterschiedliche Temperaturen, die ihn ĂŒber die Zeit sogar verbiegen könnten. Eine regelmĂ€ĂŸige Reinigung des Steins sollte daher nicht vergessen werden, zumal er durch den Befall auch schnell unansehnlich und dreckig wirken kann. Natursteinexperten empfehlen fĂŒr die Reinigung Dampfreiniger oder Hochdruckreiniger, die vor allem fĂŒr Steine aus Granit oder Marmor geeignet sind. HartnĂ€ckige Flecken lassen sich hingegen durch eine mechanische Entfernung beseitigen, beispielsweise durch Vereisungssprays. Auch feine Pads aus Edelstahlwolle sind eine Alternative. Einige weitere Tipps fĂŒr die richtige Pflege hĂ€lt außerdem der Familienbetrieb Kurz bereit, der unter anderem genauer auf Farbflecken, Rost oder grĂ¶ĂŸere BeschĂ€digungen am Stein eingeht.



Quellenangaben zu Abbildungen:
Abbildung 1: pixabay.com © Bluesnap CC0 1.0
Abbildung 2: Commons.wikimedia.org © W-onroad CC BY-SA 3.0
Abbildung 3: Commons.wikimedia.org © Franzfoto CC BY-SA 3.0
Abbildung 4: pixabay.com © Pixalotte CC0 1.0



Abkürzungen und Begriffe aus diesem Beitrag im DIY- und Heimwerker-Lexikon

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