Bewässerungsanlage für den Garten selber bauen

Der Garten am Haus ist ein Rückzugsort, der viel Pflege braucht - Vor allem das Gießen ist für viele eine lästige Pflicht. Eine Bewässerungsanlage lässt sich mit einfachen Mitteln selbst bauen.


Bewässerungsanlage für den GartenBewässerungsanlage für den Garten Abbildung 1 - vergrößern

Der Garten ist eine Rückzugsoase, die häufig mit Zierpflanzen, Rasenflächen, Obst- und Gemüsebeeten gestaltet ist - in manchen Gärten findet sich etwas mehr eines bestimmten Aspekts, in anderen weniger. Gemein ist ihnen allen aber, dass die Pflanzen sowohl im Frühling, als auch in Sommer und Herbst regelmäßig gegossen werden müssen. Selbst der sonst pflegeleichte Rasen braucht in besonders heißen Monaten Wasser, wenn die Trockenperiode zu lang andauert, damit er sein saftig-grünes Aussehen behält. Da der Sommer aber auch die Zeit des Reisens ist, wird der Garten oft für einige Tage oder sogar Wochen alleine gelassen. Wer nach Hause wiederkommt und niemanden in der Nachbarschaft hatte, der sich um seine Pflanzen kümmern konnte, wird dann feststellen, dass einige Blumen und Sträucher aufgrund zu geringer Regenfälle eingegangen sind. Damit dies nicht passiert, setzen einige Gartenbesitzer auf automatische Bewässerungsanlagen. Diese ersparen den Gang mit der schweren Gießkanne um die Pflanzen mit Wasser zu versorgen. Stattdessen wird nur der Wasserhahn aufgedreht, damit die Erde durch unterirdisch verlegte Schläuche genug Feuchtigkeit abbekommt, um die Gewächse zu versorgen. Die Installation einer automatischen Bewässerungsanlage ist gar nicht so schwer. Es gibt Systeme zu kaufen, die nur noch in den Garten eingesetzt werden müssen - aber auch selbst gebaut ist sie sehr effektiv und vor allem günstiger. Schwierig ist dies ebenfalls nicht, sofern alle Materialien und ein wenig handwerkliches Geschick vorhanden sind.

Die erste Planung

Planung der BewässerungsanlagePlanung der Bewässerungsanlage Abbildung 2 - vergrößern

Steht der Entschluss, eine Bewässerungsanlage zu bauen, ist im ersten Schritt die theoretische Planung wichtig. Als erstes sollte ein Plan des Gartens angefertigt werden, hierfür eignet sich der Maßstab 1:100. Dies bedeutet, dass ein Zentimeter auf dem Papier einem Meter der Grünfläche entspricht. Die unterschiedlichen Flächen sollten genau gekennzeichnet werden: Orte, die nass werden dürfen und solche, an die im besten Fall kein Wasser kommen soll. Die zu gießenden Flächen sind dann noch aufzuteilen: Rasen, Hecken, Beete, Bäume und Sträucher. Ist alles eingezeichnet, kann geplant werden, wo genau der Wasserschlauch lang verlaufen soll. So lässt sich die benötigte Länge genau festlegen, so dass weder zu wenig, noch viel zu viel gekauft wird.

Planung der BewässerungsanlagePlanung der Bewässerungsanlage Abbildung 3 - vergrößern

Danach sollte noch der Wasserdruck festgestellt werden, wenn der Schlauch an einen Hahn angeschlossen wird. Bei Anschluss an eine Regentonne ist in jedem Fall eine Pumpe dazwischenzuschalten, damit der Druck hoch genug ist. Dieser wird mit einem Eimer gemessen, in den zehn Liter passen: Wird der Behälter auf voll aufgedrehtem Hahn innerhalb einer oder zwei Minuten voll, so ist der Wasserdruck definitiv ausreichend. Bei einer höheren Zeitspanne sollte überlegt werden, ob eine Pumpe sinnvoll ist. Der Wasserdruck ist wichtig, damit auch die Pflanzen, die am Ende des Schlauchs sind, genügend Wasser abbekommen, beschreibt heimwerker.de.

Verlegung der Gartenschläuche

Die Schläuche für die automatische Bewässerung sollten möglichst unauffällig verlegt oder eingegraben werdenDie Schläuche für die automatische Bewässerung sollten möglichst unauffällig verlegt oder eingegraben werden Abbildung 4 - vergrößern

Beim Kauf der Gartenschläuche ist eine gute Qualität wichtig. Diese werden im besten Fall jahrelang im Garten liegen und den Witterungen ausgesetzt sein. Eine hohe Widerstandskraft ist daher angebracht. Damit im Winter keine Frostschäden entstehen, ist es außerdem wichtig, einen Kompressor anzusetzen, um die Schläuche vollständig vom Wasser zu entleeren. Platzen sie aufgrund von gefrorenem Wasser, müssen im folgenden Frühjahr neue verlegt werden. Damit von der Bewässerungsanlage möglichst wenig zu sehen ist, werden die Schläuche über Rasenflächen unterirdisch verlegt: Grassoden werden entfernt, danach ein Schacht gebuddelt, in den der Schlauch gelegt wird, darauf kommen wieder die Grassoden. Nach ein paar Wochen ist davon nichts mehr zu sehen. Um den Rasen zu sprengen und gleichzeitig die Unauffälligkeit zu behalten, bieten sich Versenkregner an. Durch den Wasserdruck gehen sie nach oben, besprenkeln den Rasen, und sinken danach wieder in die Erde ein. Der Vorteil ist, dass diese auch mit dem Rasenmäher über mäht werden können, ohne dass sie einen Schaden davontragen. Im Beet selbst sollte der Schlauch allerdings besser oberirdisch verlaufen. An den entsprechenden Stellen, an denen Wasser austreten soll, werden kleine Löcher in den Schlauch gemacht. Diese sollten beispielsweise mit einer Nadel gemacht werden, um die Löcher wirklich klein zu halten, damit das Wasser nicht in Strömen fließt, sondern eher tropft. So wird verhindert, dass die Pflanzen nur mit Wasser versorgt und nicht überwässert werden.

Anschluss an den Wasserhahn

Anschluss an den WasserhahnAnschluss an den Wasserhahn Abbildung 5 - vergrößern

Ein Ende des Schlauchs wird logischerweise an den Wasserhahn angeschlossen. Dazwischen kann noch eine Zeitschaltuhr installiert werden, die dafür sorget, dass das Wasser zu bestimmten Uhrzeiten in den Schlauch fließt. So muss man den Wasserhahn nicht bei jedem Bewässern per Hand aufdrehen. Dafür ist der Wasserhahn die gesamte Zeit über aufgedreht, zwischen Uhr und Schlauch befindet sich nur eine Sperre, die von ersterer aufgehoben werden kann. Mit dieser Uhr ist ein elektrisches Gerät im Garten und direkt an das Wasser angeschlossen - es gelten daher bestimmte Vorschriften, die einzuhalten sind. Diese Treffen auf alle Bereiche zu, wo beispielsweise im Garten Wasser oder Feuchtigkeit und elektrischer Strom zusammenkommen können. Die DIN-Norm für den Schutz gegen einen elektrischen Schlag spielt in diesem Zusammenhang eine essentielle Rolle. Die DIN VDE 0100-410 ist seit Februar 2009 in Kraft. Diese Norm schreibt vor, dass alle im Folgenden aufgelisteten Bereiche mit Fehlerstromschutz-Einrichtungen ausgestattet werden müssen (Quelle: hager.de):

  • Alle Steckdosenstromkreise im Laienbereich sowie alle Endstromkreise im Außenbereich bis 32A
  • Becken von Schwimmbädern sowie andere Becken
  • Räume mit Badewanne und Dusche
  • Feuchte und nasse Bereiche sowie Räume und Anlagen im Freien (Somit sind auch Gartenbereiche von dieser Norm betroffen)


Sensor gegen Bodenfeuchte

Ist die Bodenfeuchte zu hoch, kann ein Sensor dafür sorgen, dass der Bewässerungszyklus ausfälltIst die Bodenfeuchte zu hoch, kann ein Sensor dafür sorgen, dass der Bewässerungszyklus ausfällt Abbildung 6 - vergrößern

Pflanzen bekommt es nicht gut, wenn sie zu wenig Wasser erhalten - genauso wenig mögen sie es aber, zu viel Feuchtigkeit zu bekommen. Eine gute Möglichkeit, dies trotz der automatischen Bewässerung zu umgehen, ist einen Sensor im Boden zu integrieren. Dieser misst die Bodenfeuchte und den aktuellen Niederschlag. Bei zu hoher Feuchtigkeit wird der Bewässerungszyklus ausgelassen oder vorzeitig gestoppt. Dadurch haben einerseits die Pflanzen eine bessere Pflege du andererseits wird Wasser gespart.



Quellenangaben zu Abbildungen:
Abbildung 1: © JS - Fotolia
Abbildung 2: pixabay.com © PublicDomainPictures CC0 1.0
Abbildung 4: pixabay.com © Hans CC0 1.0
Abbildung 5: pixabay.com © fill CC0 1.0
Abbildung 6: © Dasha Petrenko - Fotolia



Abkürzungen und Begriffe aus diesem Beitrag im DIY- und Heimwerker-Lexikon

Elektrische Handbohrmaschine

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