Wenn das Werkstück in die gewünschte Form gebracht ist, muß das Holz geschliffen werden. Verringern Sie hierzu wieder die Drehzahl des Drechselgerätes. Entfernen Sie zur Sicherheit die Drechselauflage und schleifen Sie das Werkstück bei laufender Maschine erst mit grobem, dann mit mittlerem Schleifpapier, bis es sich glatt anfühlt. Pressen Sie das Schleifpapier mit einem Tuch immer nur in kurzen Intervallen auf das Werkstück, damit das Holz nicht zu heiß wird. Die Erhitzung des Werkstücks nutzen wir für eine besondere Beiztechnik.
Das Holz wird nicht wie üblich gewässert und ge-schliffen. Tragen Sie direkt eine wasserlösliche Beize mit einem weichen Pinsel gleichmäßig auf die Holzoberfläche auf, wobei Sie die Drechselspindel von Hand drehen. Lassen Sie die Beize nur einige Minuten einziehen, denn durch die hohe Temperatur des Holzes trocknet die Beize zügig. Nehmen Sie dann den Überschuß mit einem Tuch ab und beginnen Sie direkt mit dem nächsten Schleifvorgang. Arbeiten Sie zuerst mit mittlerem, dann mit feinem Schleifpapier.
Es wird das noch leicht feuchte Holz geschliffen, welches aber durch die erneute Erwärmung beim Schleifen völlig austrocknet. Da beim Schleifen ein Teil der gefärbten Holzschicht wieder abgetragen wird, wiederholen Sie den Vorgang solange, bis der gewünschte, gleichmäßig satte Farbton des Holzes erreicht ist. Bei dieser Art der Oberflächenbearbeitung wird die Oberfläche seidig glatt und tiefgehend gebeizt. Lassen Sie das Werkstück nun gut zwei Stunden bei Zimmertemparatur abkühlen und das Holz sich entspannen.
Zum Abschluß der Bearbeitung mit dem Drechselgerät wird das Werkstück bei mittlerer Drehzahl mit einem groben Baumwolltuch poliert, bis es sich wieder deutlich spürbar erwärmt hat. Tupfen Sie dann bei laufender Maschine mit einer Ecke des Tuches getöntes Antik-wachs großzügig, aber gleichmäßig auf die Oberfläche des Werstücks und polieren Sie es erneut solange mit dem Tuch, bis das Wachs vollständig in die erwärmte Holzoberfläche eingearbeitet ist.
Wenn Sie sich jetzt das vorläufige Ergebnis ihrer Arbeit ansehen, ist vielleicht auch bei Ihnen schon die Drechselbegeisterung geweckt worden. Lösen Sie nun den fast fertigen Leuchter von der Planscheibe. Schneiden Sie aus selbstklebendem Gleitfilz eine Scheibe passenden Durchmessers mit einer scharfen Schere aus, und kleben Sie den Filzgleiter in die Vertiefung auf der Unterseite. Polieren Sie den Leuchter zum Abschluß noch einmal mit einem weichen Tuch.
Eine vollständige Materialliste und eine Übersicht der Werkzeuge und Maschinen die Sie zum drechseln des Leuchters benötigen, finden Sie in der Material- und Werkzeugliste auf der letzten Seite der Teelichtleuchter-Drechselanleitung.
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