Die Nußbaum-Kantel mit einer Grundfläche von 80 X 80 Millimetern und einer Länge von 350 Millimetern wird zwischen Zacken-Mitnehmerspitze und Körnerspitze eingespannt und zunächst bei niedriger Drehzahl mit einer Schruppröhre rundgedreht. Die der Körnerspitze zugewandten Stirnseite wird plan gedreht. Dann wird die Kantel umgedreht und mit der ebenen Seite auf eine kleine Planscheibe aufgespannt. Diese Vorbereitung ist in dieser Drechselanleitung ausführlich beschrieben.
Im nächsten Arbeitsschritt wird die Rohform der Vase mit Flachmeissel und Röhre aus dem Rohling heraus gearbeitet. Orientieren Sie sich dabei an den Maßen in der Drechselvorlage. Da nach dem Angießen der Zinn-Abschlüsse noch gut sechs Millimeter vom Durchmesser des gesammten Vasenkörpers abgedreht werden müssen, um saubere und glatte Übergänge zwischen den beiden Materialien zu erzielen, darf die Rohform jedoch zunächst nur grob gestaltet werden.
Zinn geht beim Gießen keine schlüssige Verbindung mit anderen, nichtmetallischen Materialien ein. Deshalb muß eine kraftschlüssige Verbindung zwischen Holz und Zinn durch eine entsprechende, mechanische Gestaltung des Holzkörpers erzeugt werden. Ein nach oben konisch zulaufender Mittelzapfen hält die angegossene Zinnscheibe in Position, und zusätzliche Bohrungen mit geringer Tiefe in den Boden der Vase, die sich beim Gießen mit Zinn füllen, sorgen dafür, daß die erkaltete Zinnscheibe nicht rotieren kann.
Der Kopf der Vase wird am Rand plan abgedreht und zur Mitte hin mit einem schmalen Flachmeißel mit schräger Schneide konisch vertieft. Dabei wird ein zylindrischer Mittelzapfen stehen gelassen, der beim Abdrehen des äußeren Mantels nach dem Zinnguß noch als Führung für die Körnerspitze dient. Dieser Zapfen muß einen deutlich geringeren Durchmesser aufweisen, als die spätere Bohrung für das Reagenzglas, und sollte demnach etwa 14 Millimeter betragen.
Beim Kopfabschluß der Vase kann die Technik des konischen Mittelzapfens wegen der Bohrung zur Aufnahme des Reagenzglases nicht eingesetzt werden. Deshalb muß der mechanische Halt einzig durch die Bohrungen erzeugt werden. Bohren Sie dazu mit einem Abstand von rund 15 Millimetern zum äußeren Rand einen Kranz gleichmäßig verteilter Bohrungen mit einem Holzbohrer mit 3 Millimeter Durchmesser etwa 8 Millimeter tief vor. Diese Bohrlöcher werden mit einem Wendelbohrer für Metall mit einem Durchmesser von 5 Millimetern vorsichtig derart erweitert, daß die Bohrungen sich zum Boden hin konisch erweitern. Diese Arbeit kann nur mit einer leichten Bohrmaschine und von Hand ausgeführt werden, und sollte vorher an einem Musterstück geübt werden. Die so vorbereitete Vase wird für den Zinnguß in aufrechter Position fixiert.
Auf der nächsten Seite zeigen wir Ihnen im zweiten Teil der detaillierten Drechselanleitung für eine Bauchvase aus Edelholz mit Zinnabschlüssen mit Fotos, wie die Zinnabschlüsse gegossen werden, und die Edelholz-Bauchvase geschliffen und poliert wird.
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bohren ♦
Bohrmaschine ♦
Bohrung ♦
Edelholz ♦
Flachmeißel ♦
Holzbohrer ♦
Wendelbohrer ♦
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