Bei den halbverdeckten Zinkenverbindungen sind die Zinken nur in der Ansicht eines der beiden Werstücke sichtbar, in der anderen nicht. Eine ganz typische Anwendung für solche Verbindungen ist beispielsweise die Fertigung von Schubfächern beim Möbelbau. In der Ansicht der Frontblende ist nicht erkennbar, mittels welcher Verbindung der Schubfach-Korpus mit der Blende verbunden wurde. Wird die Schublade geöffnet, so sind an der Verbindungskante an den Seitenwangen des Schubfachs die Verbindungszinken zu sehen.
Die Schwalbenschwanz-Zinkenverbindung hat ihren Namen durch die Ähnlichkeit der ausgefrästen Zinken und auch des Fräsers mit den Schwanzfedern von Schwalben. Die Vorbereitungen für die Herstellung von halbverdeckten Schwalbenschwanz-Zinkenverbindungen entspricht exakt denen auf der vorigen Seite für die Fingerzinken-Fräsung beschriebenen. Es gibt nur zwei gravierende Unterschiede, die wir Ihnen hier im Detail aufzeigen.
Der erste Unterschied betrifft die Frästiefe, die im Prinzip frei gewählt werden kann. Sie muß jedoch kleiner sein, als die Dicke der Werkstücke. Besonders ansehnliche und haltbare Verbindungen erhalten Sie, wenn die Frästiefe 66% bis 75% der Materialstärke des Werkstücks entspricht, bei dem die Zinken nicht sichtbar sein sollen. Um die gewünschte Einstellung zu finden, können Sie eine Frästiefen-Lehre benutzen, und Probefräsungen an kleinen Musterhölzern durchführen.
Der zweite Unterschied bezieht sich auf das Einspannen und Fräsen der Werkstücke. Für eine halbverdeckte Schwalbenschwanzzinkung werden beide Werkstücke gleichzeitig bearbeitet. Das Werkstück, bei dem die Zinken sichtbar sein werden, wird vertikal, das Werkstück, bei dem die Verbindung unsichtbar bleiben soll, wird horizontal in den Grundrahmen eingespannt. Dabei werden die Werkstücke um das erforderliche Maß der halben Zinkenbreite zueinander versetzt.
Der eigentliche Fräsvorgang entspricht wieder der Anleitung für die Fingerzinken auf der vorigen Seite. Setzen Sie die Oberfräse in ausgeschaltetem Zustand mit der Aufnahmeplatte plan so auf die Frässchablone auf, daß sich die Führungshülse in deren Aussparung befindet. Schalten Sie erst jetzt die Oberfräse ein, und bewegen Sie sie mit gleichmäßiger Geschwindigkeit durch die Aussparungen bis zum Ende der Schablone und auf dem gleichen Weg auch wieder zurück.
Der Fräsvorgang hat an den beiden Werkstücken zwei völlig verschiedene Fräsmuster herausgearbeitet, die ineinandergesteckt eine exakte und schlüssige Schwalbenschwanz-Verbindung ergeben. Diese Verbin-dungsart ist ausschließlich für Eckverbindungen geeig-net. Spannen Sie beim Verleimen dieser Verbindung die Werkstücke in beide Richtungen der Verbindung unter Druck, und verwenden Sie Montagewinkel oder Korpus-zwingen um rechtwinklige Verbindungen zu erhalten.
Die von uns verwendete Zinkenschablone der Firma Wolfcraft können Sie im Westfalia-Shop bequem online bestellen.
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Oberfräse ♦
Zinken ♦
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