
Mit dem Begriff Lochpfeife werden Locheisen mit zylindrischem Schaft bezeichnet, bei denen das Kernloch der runden Schneide in einer seitlichen Auswurföffnung mündet. Diese Form erinnert an eine Orgelpfeife, woher sich der Name ableitete. Lochpfeifen sind Handwerkzeuge, die durch manuelle Hammerschläge als Stanzwerkzeuge genutzt werden.
Angelehnt daran werden die runden, röhrenförmigen Stanzmatritzen für Lochzangen ebenfalls als Lochpfeifen bezeichnet. Diese verfügen allerdings nicht über die seitliche Auswurföffnung, sondern über ein duchgehendes Kernloch, durch das das ausgestanzte Material in die Trommel der Zange gedrückt wird.
Lochpfeifen sind einzeln oder in Sätzen mit Durchmessern von 2mm bis zu 30mm als Standardgrößen erhältlich. Für größere Durchmesser wird üblicherweise die Bauform des Henkellocheisens genutzt. Lochpfeifen eignen sich zum Stanzen von Materialien, die die Schneiden nicht beschädigen, wie Papier und Karton, Gummi, Mineral- und Mischgewebe, Planen und Folien, weiche Kunststoffe, dünne Bleche aus Nichteisenmetallen und insbesondere Leder. Für Materialien, die zum Splittern oder brechen neigen, sind Locheisen nur sehr bedingt geeignet. Eisenmetalle können die Schneiden beschädigen oder stark abstumpfen.
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