Mit dem Begriff Hieb werden die in das Blatt von Feilen oder Raspeln eingeschlagenen oder eingefrästen Vertiefungen in Form von Einkerbungen oder Zähnen bezeichnet, die an ihrem oberen Rand eine Schneidkante zur Materialzerspanung bilden. Die Bezeichnung Hieb stammt aus den frühen Herstellungsverfahren von Feilen, als die Kerbschnitte von Hand durch Hiebe (Schläge) mit Hammer und Meißel in den noch zähen und ungehärteten Feilenrohling eingeschlagen wurden.
Die verschiedenen Hiebe werden grundsätzlich unterschieden durch den Spanwinkel, die Hiebart, die Hiebzahl und die sogenannte Hiebnummer (Zahnung).
Grundsätzlich weisen die Hiebe einen positiven Spanwinkel auf, wodurch sie schneidend bzw. spanend wirken. Selten ist ein negativer Spanwinkel, durch den die Feile eine schabende Wirkung hat.

Die verschiedenen Arten des Hiebes werden Einhieb, Kreuzhieb und Raspelhieb genannt. Beim Einhieb verlaufen die Einkerbungen in gleichem Abstand parallel zueinander und gleichzeitig diagonal zur Achse des Feilenblatts. Beim Kreuzhieb kommen zum Einhieb Kerbungen gleicher Art, in gespiegeltem Winkel hinzu, wodurch sich die Kerbschnitte kreuzen und ein Rautenmuster bilden. Der Raspelhieb unterscheidet sich gänzlich von den Feilenhieben. Er besteht aus punktförmigen Kerben, die im Verbund, also in jeder zweiten Reihe seitlich versetzt, in das Feilenblatt eingeschlagen werden.
| Hiebnummer | Bezeichnung | Hiebzahl |
| 0 | Grob-Feile | 4,5 - 10 |
| 1 | Bastard-Feile | 5,3 - 16 |
| 2 | Halbschlicht-Feile | 10 - 25 |
| 3 | Schlicht-Feile | 14 - 35 |
| 4 | Doppelschlicht Feile | 25 - 50 |
| 5 | Feinschlicht-Feile | 40 - 71 |
Die Hiebzahl gibt die Anzahl der Hiebe pro fortlaufendem Zentimeter des Feilenblattes an. Die entsprechende Angabe bei Raspeln ist die Anzahl der Punktkerben pro Quadratzentimeter. Diese absolute Angabe ist leicht nachvollziehbar.
Die Hiebnummer dagegen, ist eine relative Angabe, die historisch gewachsen und heute in der DIN 8349 genormt ist. Hier wird die Anzahl der Hiebe zur Gesamtlänge der Feile ins Verhältnis gesetzt, wodurch dieser Wert unübersichtlicher und schlechter vergleichbar ist. Eine Feile mit einer Länge von 20 Zentimetern hat demnach bei gleicher Hiebnummer eine erheblich höhere Hiebzahl, als eine Feile von 26 Zentimetern Länge. Die gebräuchlichsten Feilen sind die sogenannten Werkstattfeilen mit Hieb 1 bis Hieb 5. Raspeln werden üblicherweise mit den Hiebnummern 1, 3 und 5 (grob, mittel und fein) hergestellt.
Lieber DIY-Freund,