DIY-Anleitungen: Holzverbindungen mit Holzdübeln

Durch Holzdübel verschiedener Art, Form und Größe lassen sich verleimte Holzverbindungen an traditionellen und modernen Holzwerkstoffen erheblich verstärken. Wir vergleichen die Methoden.

Die beiden grundsätzlich unterschiedlichen Verfahren zur Herstellung von Holzverbin-dungen mittels Leim und Holdübeln sind in ausführlichen Anleitungen separat beschrieben, die Sie hier finden:



Diese Seite ist ausschließlich der Gegenüberstellung der beiden Methoden gewidmet, mit der Absicht, Ihnen dabei zu helfen, das für Ihre individuellen Anforderungen geeignetere Verfahren zu ermitteln, und durch den Erwerb der richtigen Werkzeuge unnötige Fehlkäufe zu vermeiden.


Runddübel oder Flachdübel - Eine Gegenüberstellung

Das Ziel des Einsatzes von Dübeln ist es, die Nahtstellen von verleimten Holzverbindungen durch mechanische Elemente zu verstärken, die die Kraftschlüssigkeit, die Scherstabilität und die Verwindungssteifigkeit erhöhen. Wer einmal den Inhalt an Geschirr eines nur 50 Zentimeter breiten Küchen-Oberschrankes ausräumt und wiegt, kann nachvollziehen, warum solche Verstärkungen an geleimten Verbindungen kein Luxus, sondern gerade im modernen Möbelbau zwingende Erfordernis sind. Sowohl Runddübel, als auch Flachdübel erfüllen diese Aufgabe gut, bei vergleichbarem konstruktivem Ergebnis. Die beiden Dübel-Verbindungsarten unterscheiden sich jedoch durch die Art ihrer Anwendung, in bezug auf den erforderlichen materiellen und auch zeitlichen Aufwand ganz erheblich.

Aus rein mechanischer Sicht ist der Runddübel, zumindest in der Theorie, die einfachere Variante. Zu seiner Verarbeitung sind lediglich eine Bohrmaschine und ein Holzbohrer mit passendem Durchmesser, sowie einfache und günstige Markierungswerkzeuge erforder-lich, mit dem die Bohrungen an den zu verbindenden Baulementen exakt gegenüber-liegend positioniert werden können. Da eine einfache Bohrmaschine zur Grundausstattung jedes Heimwerkers und jeder Werkstatt gehört, sind die zusätzlichen Anschaffungskosten zur Herstellung von Runddübel-Verbindungen also vermeintlich gering und beschränken sich auf den Preis für die Dübellochmarkierer.

Im Gegensatz dazu ist zur Herstellung der passenden Nuten an den zu verbindenden Bauteilen, die zum Einsatz von Flachdübeln erforderlich sind, eine spezielle Flach-dübelfräse, oder zumindest eine Oberfräse mit Scheibennutfräser erforderlich. Deren Anschaffungskosten sind deutlich höher, und auf den ersten Blick erscheint die Anwendung von Flachdübeln sich aufwendiger zu gestalten, weshalb wohl der Flach- oder Lamellendübel im Privatbereich bisher eine geringere Akzeptanz erfuhr und weniger verbreitet war.

Der praktische Umgang mit Runddübeln bringt jedoch schnell die Erkenntnis mit sich, dass das exakte Positionieren der Dübellöcher weitaus schwieriger ist, als vermutet. Die Faserrichtungen und Maserungen im Werstoff Holz sorgen regelmäßig für geringe Verläufe und Abweichungen des Bohrers, wodurch die so wichtige Deckungsgleichheit der Bohrungen in optimaler Exaktheit selten erreicht wird. Durch verschiedenartige, spezielle Schablonen und Dübellehren läßt sich die Quote der exakten Bohrungen jedoch erheblich verbessern. Und um versetzte Bohrungen dennoch nutzen zu können, werden außerdem spezielle Reparatur-Kunststoffdübel angeboten, deren beiden Hälften ebenfalls zueinander versetzt sind, und dadurch die Fehlbohrung ausgleichen. Der erforderliche Aufwand an Zeit und Geräten, um "saubere" Runddübel-Verbiondungen herzustellen, ist also tatsächlich deutlich höher, als es zunächst den Anschein hat.

Die perfekteste Verarbeitung von Runddübeln gelingt übrigens mittels einer Reihen-bohrlehre mit verstellbarem Anschlagwinkel und einer Oberfräse mit Führungshülse und speziellem Fräsbohrer in erforderlichem Durchmesser. Mit dieser Ausstattung können sogar Möbel in ausgezeichneter Qualität und mit akzeptablem Zeitaufwand ausschließlich mit Runddübelverbindungen gefertigt werden. Solche, für den gewerblichen Einsatz gefertigten und angebotenen Bohrlehren, sind allerdings verhältnismäßig teuer. Allerdings ist es durchaus möglich, sich solche Hilfsmittel selbst anzufertigen, wie unsere DIY-Bauanleitung zur Herstellung einer Lochreihen-Bohrlehre für den Möbelbau im System 32 zeigt.

Doch jeder, der einmal in dieser Weise Holzverbindungen hergestellt hat, und demzufolge über die beschriebene Ausrüstung verfügt, fragt sich zwangsläufig früher oder später, warum er nicht lieber direkt die erheblich leichter und einfacher zu verarbeitenden Flachdübel einsetzen soll, die zudem einen weiteren, nicht unerheblichen Vorteil mit sich bringen: Die Bauteile lassen sich nach dem ersten Zusammensetzen unter Leim, und vor dem Fixieren der Verbindung unter Druck zum Abbinden des Leims, noch in geringem Umfang ausrichten und korrigieren. Bei Runddübeln wäre dies undenkbar.

Fazit: Nicht nur für gewerbliche Anwender, sondern auch für jeden Heim- und Holzwerker, der nicht nur in Einzelfällen eine Holzverbindung herstellt, überwiegen die Vorteile der Flachdübel-Technik. Die Verarbeitungsgeschwindigkeit, gerade bei vielen Verbindungs-stellen, beträgt nur einen Bruchteil derer von Runddübeln, denn die Präzision der Fräsun-gen für Flachdübel ist um ein vielfaches höher, als die von Bohrungen für Runddübel. Zeitaufwendige, nachträgliche Korrekturarbeiten kommen deshalb so gut wie nie vor und die Verbindungen lassen sich sogar geringfügig nachjustieren.

Um es auf den Punkt zu bringen:

Mit Runddübeln und kostengünstigen Hilfsmitteln lassen sich einzelne, professionelle Holz-verbindungen auch mit geringer Heimwerker-Ausstattung relativ einfach herstellen. Ein wenig Übung kann dabei allerdings nicht schaden. Für Verbindungen an schmalen Flächen, für die Flachdübel schon wegen ihrer Breite nicht in Frage kommen, sind Runddübel optimal geeignet. Das gilt auch für Reaparaturen an "aus dem Leim" gegangenen Verbindungen.

Wer häufiger mehrere Verbindungen herstellt, der ist gut beraten, sich frühzeitig mit Flachdübel-Verbindungen auseinanderzusetzen, sich die benötigten Fertigkeiten anzueig-nen und die erforderliche Ausstattung anzuschaffen. Dieser Empfehlung zu folgen ist schon deshalb sinnvoll, weil für jeden wirklich interessierten Holzwerker früher oder später kein Weg an der Anschaffung einer guten Oberfräse vorbei führt, mit der sich Flachdübel auch prima verarbeiten lassen. Die optimale Lösung ist allerdings eine Flachdübelfräse, die in guter Heimwerker-Qualität völlig ausreicht.

Abkürzungen und Begriffe aus diesem Beitrag im DIY- und Heimwerker-Lexikon

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